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Mi, 03. Juni 2020

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten

Lesung und Talk mit der Autorin Alice Hasters im Juni

Im Netz hat der Hashtag #MeTwo Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, eine Stimme gegeben. Die Resonanz war gewaltig, viele waren schockiert, erstaunt, fühlten sich ertappt. Diese Tweets schafften erstmals ein breitenwirksames Bewusstsein für Rassismus, der im Kleinen, im Alltäglichen stattfindet – und doch mit dem Großen, der politischen Dimension zusammenhängt.
Mückenstiche oder Mikroaggressionen, so nennt Alice Hasters ihre persönlichen Erlebnisse mit Alltagsrassismus: kaum sichtbar, im Einzelfall auszuhalten, aber in der Summe unerträglich. Indem sie Situationen exemplarisch schildert, eröffnet sie den Leser*innen ihre Perspektive, nämlich die einer Schwarzen Frau, die in Deutschland geboren wurde, aber immer wieder für ihr gutes Deutsch gelobt wird. Ein blöder Witz, ein heimlicher Gedanke, ein unüberlegtes Vorurteil – wir alle sind rassistisch. Unsere Welt ist so geprägt: Unsere Geschichtsbücher, unsere Kinderbücher, die Filme, die wir schauen, und wie wir sprechen. Wir lernen so früh uns nach Herkunft und Hautfarbe zu unterscheiden, dass wir es gar nicht merken. Weiße Menschen haben das Privileg, dies ihr ganzes Leben lang ignorieren zu können. Wie aber findet man zu sich, wenn man nicht weiß ist? Wie versteht man sich selbst in einer Welt, in der man ständig hinterfragt wird? Alice Hasters Buch ist ein eindringlicher und persönlicher Bericht, der Alltagsrassismus in allen Lebensbereichen spiegelt: ob Schule, Freundschaften, Körper, Liebe oder Familie.

Alice Hasters wurde 1989 in Köln geboren und wenn sie gefragt wird, wo sie herkommt, dann sagt sie, woher ihre Eltern kommen. Sie studierte Journalismus in München, arbeitete für die Tagesschau in Hamburg, lebt aktuell in Berlin und produziert Beiträge für Deutschlandfunk Nova, süddeutsche.de, tagesspiegel.de und den rbb. Mit Maxi Häcke spricht sie im monatlichen Podcast Feuer & Brot über Feminismus und Popkultur.

Fr, 5. Juni | 18 Uhr: AStA Europa Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)
zum Zoom-Meeting Meeting-ID: 892 7523 5365, Passwort: 038881

Mo, 8. Juni | 19 Uhr: Festival contre le racisme, Universität Bonn
zum Zoom-Meeting

Mo, 15. Juni | 18 Uhr: Landesbeauftragter für Politische Bildung, Schleswig-Holstein
zum Web-Konferenzraum (Fragen können gestellt werden)

zum Web-Livestream (es können keine Fragen gestellt werden)

Di, 23. Juni | 20 Uhr: DGB/VHS, gegenrechts.info
Aktionswochen gegen Rassismus, Herford
Anmeldung zur Online-Lesung bis 20. Juni an post@gegenrechts.info

Mo, 29. Juni | 19.30 Uhr: Bellevue di Monaco, München
Müllerstraße 2, 80469 München
Moderation: Shahrzad Osterer (BR Zündfunk)

Alice Hasters
Was weiße Menschen nicht
über Rassismus hören wollen,
aber wissen sollten
Sachbuch. 208 Seiten
Klappenbroschur, 17 Euro

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