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Mo, 24. Februar 2014

Der Film zum Projekt „Ist nackt schlimm?“

Achtung: Filmpremiere am 27. Mai

Knapp fünf Monate dauerte das Projekt – knapp fünf Minuten dauert der Film. Von Schülern für Schüler konzipiert und umgesetzt: der Kurzfilm „Ist nackt schlimm?“. Eine 8. Klasse der Gesamtschule Ost (GSO) arbeitete unter Regie der Bremer Medienpädagogin und Filmemacherin Edina Medra. Heraus kam eine Quintessenz des Projektes „Ist nackt schlimm?“, das die Schule zusammen mit dem Bremer Rat für Integration und dem Gerhard-Marcks-Haus von August 2013 bis Januar 2014 umsetzte.
„Der Film soll zur Diskussion anregen und auf unterhaltsame Weise für das Thema Nacktheit sensibilisieren“, so Medienpädagogin Edina Medra. Am __27. Mai war die Premiere des Films im Gerhard-Marcks-Haus.

Hier ist der Film auf Youtube zu sehen:
http://youtu.be/xib_gUdqQG8


Interview mit der Bremer Medienpädagogin und Filmemacherin Edina Medra

Es begann nach den Sommerferien mit der Aufstellung zweier Bronzen des Bildhauers Gerhard Marcks in der Gesamtschule Ost und gipfelte in einer Ausstellung der Schülerarbeiten im Gerhard-Marcks-Haus: Das durch den Bremer Rat für Integration initiierte Projekt „Ist nackt schlimm?“. Den endgültigen Schlusspunkt setzt das Filmprojekt der Bremer Medienpädagogin und Filmemacherin Edina Medra. In nur vier Arbeitstagen will sie mit Schülern einer 8. Klasse der Gesamtschule Ost einen Film zum Thema „Ist nackt schlimm?“ drehen.

Warum noch ein Film zum Projekt „Ist nackt schlimm?“
Ich finde es wichtig, dass die Kinder noch einen anderen Zugang zum Thema „Nacktsein“ und „Körperlichkeit“ bekommen. Zusätzlich zu dem künstlerischen Aspekt im Unterricht ist in Zeiten von „Topmodel“ eine medienkritische Auseinandersetzung mit Körperbildern unumgänglich.
Denn zwischen einem leichten Zugang zu Pornowebsites und gleichzeitiger Tabuisierung von Nacktheit, entstehen bei Kindern und Jugendlichen verquere Rollenbilder, über die man meines Erachtens reden muss. Beim Blick hinter die Kulissen einer Filmproduktion, erkennen sie, dass Medienrealität konstruiert, eine Illusion ist. Durch das eigenständige Produzieren können sie die Mechanismen von Filmsprache am eigenen Leib erfahren. So wird ihr Blick auf Medien geschärft und sie glauben nicht mehr alles, was ihnen medial aufgetischt wird.

Was für eine Art Film wird das?
Eine Art spielerische Handlungsanleitung. Der Film besteht aus einzelnen Szenen, in denen die Kinder Tipps geben, wie man sich in einem Museum zu Akten verhalten kann. Es gibt auch schon einen Titelvorschlag: „Nackt im Museum“ – angelehnt an den Film „Nachts im Museum“, wo die Hauptfigur auch von den Exponaten überrumpelt wird.

Wo wird gedreht?
Es soll vorwiegend in der Schule gedreht werden, um logistisch komplizierte lange (Transport-)Wege zu vermeiden. Und da die Skulpturen „Adam und Eva“ bis zum Projektende – also bis Ende März – in der Schule bleiben können, steht diesem Plan auch nichts im Weg.

Wann beginnen die Dreharbeiten?
Die Vorbesprechung war am 27. Januar. Der erste Drehtag ist am 24. Februar. Projektende ist am 10. März, sodass bis Ende März Zeit für den Schnitt bleibt.

Welche Aufgaben übernehmen die Kids?
Sie übernehmen alle filmrelevanten Aufgaben wie Entwicklung der Szenen, Schauspiel, Kamera, Ton, Requisite, Kostüm, Schnitt, Musikauswahl, Titel, Grafik. Bei allen Tätigkeiten werden sie aber natürlich angeleitet und es wird ihnen über die Schultern geschaut. Beim Schnitt können sie wegen der Kürze der Zeit nur reinschnuppern.

Gibt es ein Drehbuch?
Ein klassisches Drehbuch mit ausgefeilten Dialogen wird es nicht geben. Aber ohne eine Szeneabfolge mit konkreten Abläufen können die Kindern am zweiten Tag nicht drehen. Deshalb erstellen wir am ersten Tag ein Expose und malen ein Storyboard. Der zu sprechende Text muss direkt beim Dreh durch geschickte Fragen ausgearbeitet werden, damit die Kindern sich das noch merken können und damit es authentisch ist. Denn gerade beim Sprechen fällt die fehlende schauspielerische Ausbildung der Kinder am stärksten auf. Es wird also im engen szenischen Rahmen improvisiert.

… wie war das mit dem Storyboard?
Das erstellen wir gemeinsam auf einer Flippchart, direkt neben den Figuren „Adam“ und „Eva“. Im Raum steht die Frage: „Wie gehe ich mit Nacktheit um?“ Dabei gebe ich immer wieder verrückte Impulse, damit sie auch das Undenkbare in Erwägung ziehen. Danach sortieren wir die Ideen und überprüfen ihre Machbarkeit. Als nächstes entsteht auf einem großen Papier die Szenenabfolge mit Zeichnungen zur Positionierung im Raum, dem Bedarf an Requisite und Schauspielern. Dieses große Papier wird aufgehängt und an den Drehtagen abgearbeitet.

Wie lange soll der Film dauern?
Der Film wird voraussichtlich zwischen 3 und 7 Minuten lang sein.

Wann soll der Film fertig sein?
Die Premiere ist für Anfang April geplant.

Wo wird er zusehen sein?
Im April wird es eine Premierenvorstellung im Gerhard-Marcks-Haus geben. Außerdem soll der Film sowohl bei YouTube unter dem Kanal edinaMEDRA als auch im Fernsehen bei Radio Weser.TV zu sehen sein. Und zu guter Letzt wird es eine Dokumentation des gesamten Museumsprojekts „Ist nackt schlimm?“ geben, das ein Schuljahr lang dauerte. Da wird der Film als DVD beiliegen.

Der Bremer Rat für Integration bei facebook